____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
The (R)evolution of Steve Jobs
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
The (R)evolution of Steve Jobs ist eine Oper in einem Prolog, achtzehn Szenen und einem Epilog von Mason Bates (Musik) mit einem Libretto von Mark Campbell. Sie wurde am 22. Juli 2017 an der Santa Fe Opera uraufgefĂŒhrt.
Contents
âą Handlung
âą Gestaltung
âą Musik
âą Werkgeschichte
âą Aufnahmen
âą Weblinks
âą Anmerkungen
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Handlung
Prolog â 1965: Garage von Jobs Familie, Los Altos
Zum Geburtstag erhĂ€lt Steve von seinem Vater Paul eine selbst gebaute Werkbank (Paul: âI built this tableâ).
OuvertĂŒre
Szene 1 â 2007: ProdukteinfĂŒhrung, BĂŒhne eines Kongresszentrums in San Francisco
Steve fordert die Anwesenden auf, ihre alten Telefone auszuschalten. Nach seiner Rede werden sie diesen âalten MĂŒllâ sowieso wegwerfen wollen. Sein neues Produkt vereine alle möglichen Funktionen in âeinem GerĂ€tâ und sei in einer Hand zu halten (Steve und Ensemble: âOne deviceâ). Nach der VorfĂŒhrung geht er in sein BĂŒro und setzt sich erschöpft hin.
Szene 2 â 2007: Unmittelbar danach; FirmenbĂŒro in Cupertino
Steves Frau Laurene begrĂŒĂt ihren Mann neckisch. Dann warnt sie ihn davor, sich nicht zu ĂŒberarbeiten. Die Kinder und manchmal auch sie selbst wĂŒrden ihn vermissen. Steve vertröstet sie damit, dass er nur einen Spaziergang benötige, um seinen Kopf frei zu bekommen.
Meditatives Zwischenspiel
Szene 3 â 2007: SpĂ€ter am selben Nachmittag; HĂŒgel um Cupertino
Steve begegnet KĆbun Chino Otogawa, seinem frĂŒheren spirituellen Ratgeber. KĆbun konfrontiert Steve mit seiner Sterblichkeit. Steve erinnert sich an einige seiner Lektionen im Zen-Buddhismus.
Szene 4 â 1973: Eine Kalligrafie-Klasse im Reed College, Oregon
Ein Lehrer erlĂ€utert seiner Klasse, in der sich auch Steve befindet, die verschiedenen Bedeutungen des EnsĆ: Erleuchtung, Eleganz, das Universum, Leere, Natur, Anmut, Freiheit, Einfachheit.
Szene 5 â 1973: Garage von Jobs Familie, Los Altos
Steves Freund âWozâ (Steve Wozniak) zeigt ihm seine âblue boxâ, mit der er sich in das Telefonnetz einhacken kann, um kostenlos zu telefonieren. Er stellt sogleich eine Verbindung mit Henry Kissinger und dem Vatikan her. Die beiden freuen sich darĂŒber, wie leicht man den GroĂfirmen ein Schnippchen schlagen kann (Steve und Woz: âMa Bellâ).
Szene 6 â 1974: Ein Apfelobstgarten bei Los Altos
Steve probiert mit seiner Freundin Chrisann LSD. Als die Wirkung einsetzt, kĂŒssen sie sich (Chrisann: âI could learn to like youâ). FĂŒr Steve scheinen sich die Pflanzen in Musikinstrumente zu verwandeln und Bach zu spielen. Gerade als die beiden mit IntimitĂ€ten beginnen wollen, werden sie von KĆbun unterbrochen.
Szene 7 â 2007: Die HĂŒgel um Cupertino / 1975: Das Los Altos Zen Center
KĆbun vergleicht das EnsĆ mit einer tickenden Uhr und erinnert an ihre erste Begegnung 1975 im Los Altos Zen Center. Steve wollte damals Mönch werden, doch KĆbun wies ihn darauf hin, dass er einen anderen Weg vor sich habe (KĆbun: âTake one stepâ).
Szene 8 â 1989: Ein Hörsaal, Stanford University
Bei einem seiner VortrÀge lernt Steve seine spÀtere Frau Laurene kennen.
Szene 9 â 1976: Garage von Jobs Familie, Los Altos
Woz bastelt verbissen an einer neuen Computer-Schnittstelle. Als er fertig ist und mit Steve feiern will, kommt Chrisann herein. Sie nimmt Steve beiseite und teilt ihm mit, dass sie schwanger ist. Steve fordert sie auf, das Kind abtreiben zu lassen â er werde es nie anerkennen. Chrisann verlĂ€sst die Garage entsetzt. Als wĂ€re nichts geschehen, wendet sich Steve wieder Woz und seinem Werk zu. Er meint, einer seiner Freunde könne ein schönes GehĂ€use aus Koa-Holz herstellen. AuĂerdem fehlen noch eine Tastatur, ein Bildschirm und die FĂ€higkeit zur Audioausgabe. Das erinnert ihn an die imaginĂ€re Bach-Musik im Obstgarten (Steve Jobs: âSomething we playâ).
Szene 10 â 1989: Steve Jobsâ Zuhause, Palo Alto
Laurene besucht Steve zum ersten Mal in seiner Wohnung. Weil es kaum Möbel gibt, glaubt sie zunĂ€chst, er sei gerade erst eingezogen. Sie bewundert einige Fotografien von Ansel Adams und zitiert diesen mit dem Satz âIch kann eine gute Kunstfotografie betrachten, und manchmal höre ich Musik.âcite-ref-2[A 1] Laurene rĂ€t ihm, bei seiner Arbeit Musik zu hören. Die beiden gehen miteinander ins Bett.
Szene 11 â 1980: FirmenbĂŒro, Cupertino
Steve erklĂ€rt seinen Angestellten seine Vorstellungen von einem einfachen GerĂ€te-Design (âone buttonâ â âeine Tasteâ). Als Chrisann herein kommt, teilt er ihr kalt mit, dass er nicht mehr mit ihr zusammen sein wolle. Woz bittet Steve vergeblich, einem in finanzielle Nöte geratenen ehemaligen Mitarbeiter zu helfen. WĂ€hrend Steve sich wieder seinem Design-Konzept zuwendet, beklagen Chrisann und Woz, wie sehr er sich verĂ€ndert hat (Steve, Chrisann und Woz: âLosing itâ).
Zwischenspiel â Aufstieg und Fall von Steve Jobs
Videoprojektionen zeigen Steves geschĂ€ftlichen Aufstieg. Er selbst geht in seiner Firma von Raum zu Raum und wird zunehmend aggressiver gegenĂŒber seinen Mitarbeitern.
Szene 12 â 1981â1986: FirmenbĂŒro, Cupertino
Die Mitarbeiter klagen ĂŒber Steves unerfĂŒllbare Forderungen. Sie sehnen sich nach einem Wechsel in der FirmenfĂŒhrung. Steve beharrt auf seinen Vorstellungen (Steve: âWrongâ). Zwischendurch lehnt er es ab, Unterhalt fĂŒr seine und Chrisanns Tochter Lisa zu zahlen, da sie ânicht sein Kindâ und nicht sein Problem sei. WĂ€hrend eines Telefoninterviews ĂŒber seine Tochter fragt ihn ein Mitarbeiter nach einem Namen fĂŒr das neue Computermodell. In Verwirrung gibt er dem Mitarbeiter einen Zettel mit dem Namen âLisaâ und erklĂ€rt, es bedeute ââLogic Interface⊠SystemâŠâ was auch immerâ. Kurz darauf kommt es zum Streit mit Woz, der daraufhin die Firma verlĂ€sst (Woz: âGoliathâ). Das Direktorium teilt Steve mit, dass er wegen der schlechten GeschĂ€ftsentwicklung aufgrund seiner falschen Entscheidungen versetzt werde. Er kĂŒndigt verĂ€rgert.
DĂŒsteres Zwischenspiel
Steve bricht wÀhrend eines Wutausbruchs zusammen.
Szene 13 â 2007: Die HĂŒgel um Cupertino
KĆbun weist Steve auf seine Fehler hin. âVereinfachenâ bedeute nicht âSei selbstsĂŒchtigâ. Er habe âwollenâ mit âliebenâ verwechselt und sei seinen ersten Tod gestorben. Doch in den zehn Jahren nach seinem Neuanfang habe er seine beste Arbeit geleistet und Laurene kennengelernt.
Szene 14 â 2007: Die HĂŒgel um Cupertino / 1989: Ein Hörsaal, Stanford University
WĂ€hrend des GesprĂ€chs mit KĆbun erinnert sich Steve an seine erste Begegnung mit LaureneâŠ
Szene 15 â 2007: Die HĂŒgel um Cupertino / 1989: Steve Jobsâ Zuhause, Palo Alto
⊠und den ersten Abend in seiner Wohnung, als er sich in sie verliebte. KĆbun weist ihn darauf hin, dass Laurene immer darauf geachtet habe, dass er nicht in seine alten Gewohnheiten zurĂŒckfalle.
Szene 16 â 2007: SpĂ€ter in derselben Nacht; Steve Jobsâ Zuhause, Palo Alto
Nach seinem Spaziergang kehrt Steve in seine Wohnung zurĂŒck, wo ihn Laurene besorgt erwartet. Sie beharrt darauf, dass er auf seine Gesundheit achten mĂŒsse. Er sei nicht eine seiner Maschinen und dĂŒrfe seine Krankheit und Sterblichkeit nicht ignorieren (Laurene: âHumans are messyâ). Sie könne ihm nur beistehen, wenn er akzeptiere, dass er sich Ă€ndern mĂŒsse. Steve verspricht ihr, um Arzt zu gehen.
Szene 17 â 1991: Die Hochzeit, Yosemite-Nationalpark â Lyrisches Zwischenspiel
Das Zwischenspiel zeigt die buddhistische Zeremonie, in der KĆbun Steve und Laurene vermĂ€hlt. WĂ€hrend die Szene immer wieder einfriert, erzĂ€hlt Steve, dass sie drei Kinder bekamen und ein viertes (Lisa) adoptierten, wie viel er Laurene in den 18 Jahren ihrer Ehe verdankte, und dass KĆbun 2002 bei dem Versuch ertrank, sein eigenes Kind zu retten. Sie erinnern sich an seine Lehre, dass es nur eine einzige Gewissheit im Leben gebe.
Szene 18 â 2011: Der Gedenkgottesdienst; Kapelle der Stanford University
In einer Vision sieht Steve seine eigene Beerdigungszeremonie. Als er einige Details kritisiert, gemahnt KĆbun ihn, ruhig zu sein und zu âvereinfachenâ. Laurene und Woz erinnern sich an sein Leben. Nachdem die GĂ€ste und wenig spĂ€ter auch Woz gegangen sind, denkt Laurene ĂŒber sein geistiges VermĂ€chtnis nach (Laurene: âLook up, look out, look aroundâ).
Epilog â 1965: Garage von Jobs Familie, Los Altos
Laurene beobachtet, wie der junge Steve von seinem Vater die Werkbank geschenkt bekommt â âein guter Platz zum Anfangenâ.
Gestaltung
Der Komponist Mason Bates nannte als Hauptthema der Oper die Suche Steve Jobsâ nach innerem Frieden, bei der seine Frau Laurene die SchlĂŒsselrolle spiele, indem sie ihn an die Bedeutung echter menschlicher Kontakte erinnere. Steve habe durch seine innere Energie das âCharisma zu einem Jesus Ă€hnlichen VisionĂ€râ, konnte aber schnell zu einem âkalten Tyrannenâ werden. Eine weitere wichtige Rolle ist Steves geistlichem Mentor KĆbun zugewiesen. AuĂerdem gibt es mit Woz und Chrisann zwei Personen, die Steve schon lĂ€nger kennen und Zeugen seiner âerstaunlichen Transformationâ (âstunning transformationâ) werden. Die Handlung wird nicht linear chronologisch erzĂ€hlt, sondern springt zwischen den verschiedenen Lebensabschnitten Steves hin und her.cite-ref-komponist-3-0[2] Die im Libretto angegebenen BĂŒhnenanweisungen verweisen auf EinflĂŒsse des japanischen NĆ-Theaters. Vielfach bleiben die Charaktere auch in Szenen, in denen sie selbst nicht beteiligt sind, auf der BĂŒhne, indem sie sich abseits auf eine Bank setzen.cite-ref-vleet-4-0[3]
Jobs erhielt zwar als junger Mann Anregungen durch Zen, Minimalismus und Kalligrafie, doch die konkrete Bedeutung des in der Oper zentral eingesetzten EnsĆ ist eine ErgĂ€nzung der Autoren. Es dient hier nicht nur als Symbol fĂŒr Steves Design-Prinzipien, seine langen SpaziergĂ€nge, Chrisanns Schwangerschaft und seine Beziehung mit Laurene, sondern auch als Ersatz fĂŒr das Apple-Logo und andere geschĂŒtzte Design-Elemente.cite-ref-vleet-4-1[3]
Die Schlussszene mit dem Gedenkgottesdienst, den die zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbenen Personen Steve und KĆbun beobachten, erklĂ€rt das Titelwort â(R)evolutionâ. Die Entwicklung Steves im Verlauf der Oper â erst zum Negativen und dann zum Positiven â ist eine âEvolutionâ (englisch fĂŒr âEntwicklungâ). Gleichzeitig handelt es sich um eine âRevolutionâ (englisch fĂŒr âDrehungâ oder âUmlaufâ) in dem Sinne, dass Steve am Ende wieder zum Anfang zurĂŒckkehrt â wobei sich aber die Bedeutung der dazwischenliegenden Handlung Ă€ndert.cite-ref-vleet-4-2[3]
Musik
Die Musik besteht aus klar voneinander abgegrenzten Nummern. Es gibt Rezitative, Arien und EnsemblesĂ€tze.cite-ref-hopkins-5-0[4] Der Komponist ĂŒbertrug nach eigener Aussage das Konzept der wagnerischen Leitmotive in âKlangweltenâ (âsoundworldsâ). Jedem Charakter ist nicht nur ein Thema zugewiesen, sondern eine vollstĂ€ndige âKlang-IdentitĂ€tâ (âan entire sonic identityâ). Beim Zusammentreffen mehrerer Personen verschmelzen deren KlĂ€nge, Ă€hnlich wie sie ein DJ mischen wĂŒrde. Dem Charakter des Steve Jobs ist eine âquecksilbrigeâ Mischung aus Orchester- und ElektronikklĂ€ngen zugewiesen. Letztere wurden teilweise mit Hilfe von Samples von Macintosh-Hardware erzeugt, um eine gewisse âAuthentizitĂ€tâ zu erreichen â beispielsweise das Sirren einer Festplatte oder Klicks einer Tastatur. AuĂerdem wird Steve von einer akustischen Gitarre begleitet, da er dieses Instrument besonders geschĂ€tzt habe und der Klang die âinnere Welt eines ruhelosen Mannesâ gut darstelle. Die Musik der Laurene kontrastiert dazu. Sie ist von âlangsam bewegten ozeanischen Harmonienâ (âslow-moving, oceanic harmoniesâ) geprĂ€gt. Der tiefe âmystische Bassâ von Steves spirituellem Mentor KĆbun steht in der Tradition des Sarastro aus Mozarts Zauberflöte. Er wird von tibetanischen GebetsschĂŒsseln und chinesischen Gongs begleitet, die teilweise elektronisch verzerrt werden. Bei den Auftritten Wozniaks erklingen zwei Saxophone, bei denen Chrisanns âkolibriartigeâ Flöten.cite-ref-komponist-3-1[2]
Werkgeschichte
Der amerikanische Komponist Mason Bates (geboren 1977) wurde besonders fĂŒr symphonische Musik bekannt, die er um elektronische KlĂ€nge anreicherte. 2014/2015 stand er in der Liste der am hĂ€ufigsten gespielten lebenden Komponisten an zweiter Stelle.cite-ref-6[5] 2012 erhielt er den Heinz Award der Kategorie âArts and Humanitiesâ.cite-ref-7[6] The (R)evolution of Steve Jobs ist seine erste Oper.cite-ref-vleet-4-3[3] Sie wurde von Santa Fe Opera, der Seattle Opera und der San Francisco Opera in Auftrag gegeben. An der Produktion war auĂerdem die Jacobs School of Music der Indiana University Bloomington beteiligt.cite-ref-booklet-8-0[7] Das Werk entstand ohne Beteiligung von Jobsâ Familie oder Firmacite-ref-opernwelt-9-0[8] und wurde von diesen auch nicht autorisiert.cite-ref-booklet-8-1[7] Der Name des Unternehmens Apple fehlt daher im gesungenen Text.cite-ref-newyorktimes-10-0[9]
Das Libretto stammt von Mark Campbell, der 2017 bereits mehr als fĂŒnfzehn Opernlibretti verfasst hatte. Seine Oper Silent Night (Komponist: Kevin Puts) wurde 2012 mit dem Pulitzer-Preis fĂŒr Musik ausgezeichnet.cite-ref-11[10] Campbell schrieb, dass er zu Beginn seiner Arbeit an dem Libretto alles las und sah, was er ĂŒber Steve Jobs finden konnte. So fanden die Episoden ĂŒber die von seinem Vater erhaltene Werkbank, sein Interesse fĂŒr den japanischen Minimalismus, sein Studium bei KĆbun Chino Otogawa und viele weitere Details Eingang in den Text. Das fertige Libretto unterschied sich strukturell nur wenig von den ersten Skizzen, die er Bates vorlegte. Allerdings nahm er auf dessen Wunsch eine Reihe von TextĂ€nderungen vor, durch die der Charakter des Steve sympathischer wirkte.cite-ref-librettist-12-0[11]
Die UrauffĂŒhrung fand am 22. Juli 2017 unter der Leitung des Dirigenten Michael Christie im Crosby Theater der Santa Fe Opera statt. Der Regisseur war Kevin Newbury, die BĂŒhne stammte von Victoria âVitaâ Tzykun, die KostĂŒme von Paul Carey, das Lichtdesign von Japhy Weideman und die Projektionen von 59 Productions. Es sangen Kelly Markgraf (Paul), Edward Parks (Steve), Sasha Cooke (Laurene), Wei Wu (KĆbun), Mariya Kaganskaya (Lehrerin), Garrett Sorenson (Woz), Jessica E. Jones (Chrisann).cite-ref-booklet-8-2[7]
Die Produktion war ein so groĂer Publikumserfolg, dass eine zusĂ€tzliche Vorstellung angeboten wurde. AuĂerdem gab das Label Pentatone eine CD heraus.cite-ref-opernwelt-9-1[8] Die Zeitschrift Opernwelt schrieb:
âDer Text des Librettisten Mark Campbell verknĂŒpft Witz und WĂŒrze mit GruĂkarten-tauglichen Sentenzen der Art, wie sie der getriebene, oft grausame Jobs immer wieder von seinem buddhistischen Mentor [âŠ] und seiner Frau Laurene [âŠ] erhalten hatte. [âŠ] Die Struktur des Ganzen ist an einer Ăsthetik der kurzen Aufmerksamkeitsspanne ausgerichtet, dazu passt die ânutzerfreundlicheâ Musik.âcite-ref-opernwelt-9-2[8]
BemĂ€ngelt wurde allerdings das im Vergleich zu den anderen Charakteren eher schwache musikalische Material der Titelfigur, deren Vokallinie âweder das Genie noch den Biss des Technik- und Marketinggeniesâ vermittle.cite-ref-opernwelt-9-3[8]
Der Rezensent der New York Times kritisierte, dass Steve Jobs in der Oper zu Beginn und am Ende einen anderen Charakter aufweise als im Verlauf der Handlung. Dies entspreche nicht der RealitĂ€t, da Jobs den meisten Zeitzeugen zufolge zeitlebens âcharismatisch unertrĂ€glichâ (âcharismatically intolerableâ) gewesen sei und die buddhistischen Lehren seiner Jugend vergessen habe. Die Oper sei âgefangen zwischen ihrem Bestreben, die biografischen Fakten abzuhaken und diese Biografie wahrheitswidrig in die Form einer Romanze mit Happy End umzuformenâ.cite-ref-newyorktimes-10-1[9] Der CD-Rezensent der britischen Zeitschrift Gramophone nannte die Oper âein ambitioniertes Werk, obwohl es erwĂ€hnenswerte MĂ€ngel sowohl in der Dramaturgie als auch in der Partiturâ gebe.cite-ref-gramophone-13-0[12] Die Rezensentin des Hopkins Review war begeistert von der Inszenierung und der AuffĂŒhrungsqualitĂ€t. Sie hob speziell die Wirksamkeit des Chores âOne Deviceâ bei der Vorstellung des iPhones hervor.cite-ref-hopkins-5-1[4]
Im September 2018 wurde die UrauffĂŒhrungs-Produktion mit dem Ensemble der Jacobs School of Music im Musical Arts Center der Indiana University Bloomington gespielt. Videos zweier AuffĂŒhrungen wurden im Internet bereitgestellt.cite-ref-iu-14-0[13]
Aufnahmen
âą Juli/August 2017 â Michael Christie (Dirigent), Orchester der Santa Fe Opera, Mitglieder des Santa Fe Opera Apprentice Program for Singers. Kelly Markgraf (Paul), Edward Parks (Steve), Sasha Cooke (Laurene), Wei Wu (KĆbun), Mariya Kaganskaya (Lehrerin), Garrett Sorenson (Woz), Jessica E. Jones (Chrisann). Mitschnitt der UrauffĂŒhrungsproduktion aus dem Crosby Theater Santa Fe. Pentatone PTC5186690 (2 CDs).cite-ref-booklet-8-3[7]
âą 15./22. September 2018 â Michael Christie (Dirigent), Kevin Newbury (Regie), Victoria âVitaâ Tzykun (BĂŒhne), Paul Carey (KostĂŒme), Japhy Weideman (Lichtdesign), Orchester und Chor der Jacobs School of Music. Zachary Smith/Nick Farmer (Paul), Jeremy Weiss/Edward Cleary (Steve), Amanda Perera/Courtney Jameson (Laurene), Julian Michel Morris/David D. Lee (KĆbun), Emily Warren (Lehrerin), Joseph McBrayer/Gregory McClelland (Woz), Michelle Lerch/Nicola Santoro (Chrisann), Jake Sater (junger Steve). Video; Inszenierung der UrauffĂŒhrungsproduktion; live aus dem Musical Arts Center der Indiana University Bloomington; Mitschnitte zweier AuffĂŒhrungen mit unterschiedlicher Gesangsbesetzung. Videostreams auf der Website der Indiana University Bloomington.cite-ref-15[14]cite-ref-iu-14-1[13]
Weblinks
âą Booklet der CD Pentatone PTC5186690 (PDF) mit Libretto in englischer Sprache
Anmerkungen
Einzelnachweise
cite-note-11. Stimmlagen nach der Besetzung der UrauffĂŒhrung.
cite-note-komponist-32. â Mason Bates: The Music of Communication. In: Booklet der CD Pentatone PTC5186690, S. 12â15.
cite-note-vleet-43. â Matthew Van Vleet: Program Notes. In: Programmheft zur AuffĂŒhrung der Jacobs School of Music (PDF) (Memento vom 28. Oktober 2018 im Internet Archive).
cite-note-65. â By the Numbers: Living Composers (Memento vom 11. September 2018 im Internet Archive) auf bsomusic.org.
cite-note-76. â The Heinz Awards â Mason Bates, abgerufen am 26. Oktober 2018.
cite-note-booklet-87. â Booklet der CD Pentatone PTC5186690.
cite-note-newyorktimes-109. â Zachary Woolfe: Review: Steve Jobs of Apple, Tech Visionary, Has Glitches as an Opera. Rezension der UrauffĂŒhrungsproduktion. In: The New York Times. 23. Juli 2017, abgerufen am 27. Oktober 2018.
cite-note-1110. â Stephen Raskauskas: Pulitzer Prize-Winning Librettist Mark Campbell Explains How to Write an Opera auf wfmt.com. 9. Mai 2017, abgerufen am 26. Oktober 2018.
cite-note-librettist-1211. â Mark Campbell: The Evolution of (R)evolution. In: Booklet der CD Pentatone PTC5186690, S. 16â19.
cite-note-gramophone-1312. â Tim Ashley: BATES The (R)evolution of Steve Jobs. Rezension der CD Pentatone PTC5186690. In: Gramophone. 9/2018, abgerufen am 27. Oktober 2018.
cite-note-iu-1413. â AuffĂŒhrungsinformationen der Jacobs School of Music (Memento vom 28. Oktober 2018 im Internet Archive) auf der Website der Indiana University Bloomington.
cite-note-1514. â 2018â19 Season. Videostreams auf der Website der Indiana University Bloomington.